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Bienenparalyse Viren

Es gibt zwei unterschiedliche Bienenparalyse Viren, die im deutschsprachigen Raum auftreten. Zu den Symptomen der Erkrankung gehören immer Lähmungserscheinungen (Paralyse).

Akutes Bienenparalyse Virus

Das Akute Bienenparalyse Virus (Acute Bee Paralysis Virus, ABPV) ist weltweit verbreitet und infiziert ausschließlich Insekten, die zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera) gehören. Bei oraler Aufnahme (über das Futter) sind 1.000 Virionen und mehr notwendig, um eine Erkrankung auszulösen. Werden die Bienen durch die Varroamilbe (Vektor) über das Anstechen der Hämolymphe infiziert so reichen bereits 100 Virionen aus, um eine tödliche Erkrankung auszulösen.

Bei der erwachsenen Biene sind die Symptome der ABPV-Virose Zittern und Lähmungen, die schließlich zum Tod des infizierten Tieres führen. Bei der Larve treten Symptome, die der Europäischen Faulbrut ähneln, auf. Es finden sich tote Larven in den Brutzellen. Die toten Larven lösen sich zu einer schleimigen Masse, die keine Fäden zieht, auf. Nach dem Eintrocknen entsteht ein lockerer Schorf.

Eine akute Infektion mit ABPV führt zu einer erhöhten Wintersterblichkeit der betroffenen Völker.

Chronisches Bienenparalyse Virus

Das Chronische Bienenparalyse Virus, engl. Chronic Bee Paralysis Virus (CBPV) schädigt die erwachsene Biene. Das CBPV wurde als Viruspartikel in der Hämolymphe, dem Darmgewebe, Fettkörper, den Kopfdrüsen und Nervenknoten (Ganglien) nachgewiesen. Wenn die Nervenknoten befallen sind, treten die typischen Lähmungserscheinungen (Paralyse) auf.

Es gibt zwei unterschiedliche Krankheitsbilder: 1. Die Bienen sind flugfähig, aber haben viele ihrer Haare verloren. Man spricht auch von einer Virus induzierten Schwarzsucht. 2. Die Bienen zittern und sind flugunfähig. Der Hinterleib ist aufgebläht. Auffällig sind das häufige Abkoten (Durchfall) und die Ansammlung flugunfähiger, krabbelnder Bienen, die auffällig zittern, vor dem Flugloch. 5 bis 8 Tage nach der Infektion sterben die Bienen. Die Infektion kann so massiv sein, das ganze Völker zusammenbrechen.

Eier und Puppen werden vom CBPV ebenfalls infiziert. Die Virus-Konzentration ist aber gering und führt in den Entwicklungsstadien nicht zu Symptomen. Es lässt sich keine Erkrankung der Brut durch CBPV feststellen.

Die Infektion verbreitet sich durch infektiösen Kot, den die infizierten Bienen im Stock abkoten. Arbeiterinnen reinigen den Stock und entfernen die Kotflecken. Dabei infizieren sie sich (fäkal-oraler Übertragungsweg). CBPV kann über das Futter, virushaltiger Pollen, in das Volk gelangen (oraler Übertragungsweg). Es ist möglich, dass eine infizierte Königinen infizierte Eier legt (vertikaler Übertragungsweg). Ob die Varroamilbe als Vektor (Überträgerin) des CBPV dient oder, ob ein Ausbruch der Krankheit durch einen Varroabefall gefördert wird, ist umstritten.

Textquelle: https://www.die-honigmacher.de

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